Bericht von der 3. SyStconnect-Conference

SyStconnect Conference „Connect the World of SySt“ ermöglichte StrukturaufstellerInnen und denen, die es noch werden wollen einen regen Austausch zu neuen Entwicklungen und Anwendungen.

 

von Esin Suvarierol

 

3. Conference von SyStconnect – Vereinigung der Systemischen StrukturaufstellerInnen, fand am 6.- und 7. Dezember 2014 erstmals in Wien statt. Sie war die erste SyStconnect Conference, die ich besuchte und mitorganisierte. Mit über 90 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz war die Teilnahme weit mehr als bei den bisherigen Conferencen und hat unsere Erwartungen übertroffen.

Schon das Anfangsritual basierend auf dem Glaubenspolaritätenschema und der anschließende Austausch zu unterschiedlichen SySt-Wegen und SySt-Biographien hat aus allen Beteiligten schnell eine angeregte, neugierige Lerngemeinschaft geformt.

Der erste Tag war mit Worldcáfe zum Thema Vernetzung, mit Informations- und anwendungsorientierten Workshops recht vielfältig. Der Beitrag von Matthias Varga von Kibéd über „Zusammengehörigkeit als Grundannahme“, eine Erweiterung der systemischen Grundprinzipien, war eine geistige Nahrung vor dem Abendessen und das Highlight des ersten Tages. Mit SySt-Variété nach dem Abendessen hatten wir einen bunten und äußerst unterhaltsamen Ausklang des Tages.

Der zweite Tag war geprägt von einem methodischen Dialog zwischen Systemischen Strukturaufstellungen, SySt und spirituell-systemischer Aufstellungsarbeit, den Matthias Varga von Kibéd und Siegfried Essen gemeinsam gestalteten. Thematisch ging es dem Conference-Motto entsprechend um Verbunden Sein und um Zusammengehörigkeit.

Siegfried Essen betonte, dass Ich-AG das alte Paradigma darstellt und dass wir einander brauchen. Er sprach von der Fähigkeit, Grenzen zu überschreiten und überall Zusammengehörigkeit zu erkennen. Bei seiner Aufstellung ging es mit einem knappen Format von drei Elementen um Verwandlung in Zusammengehörigkeit.

Matthias Varga von Kibéd erläuterte das Glaubenspolaritätenschema mit den Polen Verbindung, Trennung und Balancierung und der Weisheit als die alle drei Pole verbindende Mitte.

 

                                           BALANCIERUNG

 

 

 

VERBINDUNG                                                    TRENNUNG

 

 

Ausführlich führte er die Wortfelder ein, sprach über die Übergänge und leitete eine prototypische Glaubenspolaritäten-Aufstellung (GPA) ein. Drei Stühle im Raum als ein Dreieck positioniert repräsentierten die drei Pole Verbindung, Trennung und Balancierung. Wir wurden eingeladen, uns an ein Thema, das uns berührt zu erinnern und zuerst an einen Pol mit etwas eingeschränktem Zustand zu gehen und anschließend in die Mitte und Unterschiede wahrzunehmen. Ich hatte noch keine prototypische GPA erlebt und war fasziniert, wie durch Worte ein GPA Feld im Raum aufgespannt wird und von der Möglichkeit, eine GPA-Wanderung zu machen.

Nach diesem Workshop ging es in Kleingruppen darum, das Gehörte und Erfahrene zu reflektieren und die dabei aufgetauchten Fragen mit Matthias Varga von Kibéd und Siegfried Essen zu besprechen. Dieser Teil war aus meiner Sicht wichtig für ein vertiefendes Verständnis von Gemeinsamkeiten und Unterschieden der beiden Methoden.

Die Generalversammlung brachte einen neuen und personell erweiterten Vorstand und die Entscheidung für einen Arbeitskreis Qualitätssicherung. Ich bin sehr zuversichtlich, dass der neue Vorstand frischen Wind und neue Dynamik bringen wird und freue mich auch schon auf den Austausch im Arbeitskreis.

Ich finde es –nicht erst nach der Konferenz- wichtig und wünschenswert, wenn SyStconnect künftig ihren Mitgliedern und InteressentInnen neben den Konferenzen auch andere Formen der Information, Kommunikation, Lern- und Austauschmöglichkeiten anbietet. Mehr Bekanntheit von SyStconnect, öfters solche Konferenzen in Wien, Informationen über Ausbildungen, Nachwuchsförderung und eine Newsletter sind einige Wünsche der TeilnehmerInnen, die beim Worldcáfe Austausch besprochen wurden.

Die durch die Konferenz gestärkte SySt-Zugehörigkeit kann so vielleicht durchgängiger werden und sich mehr und mehr in SySt-Zusammengehörigkeit –als ein stärkere Form der Zugehörigkeit- verwandelt.

Insgesamt habe ich einen positiven Gesamteindruck von der Konferenz. Soweit ich es wahrgenommen habe, sind auch die meisten anderen TeilnehmerInnen angeregt mit vielen neuen Ideen, Impulsen nach Hause gegangen.

Wenn wir die für uns passenden Fragen finden, entstehen die Dinge, auch wenn es immer noch viel Arbeit ist“, ist ein mir schon bekannter Satz von Matthias Varga von Kibéd. Diesmal nehme ich ihn im Besonderen mit.